Philosophie

Fachschaft

Fachschaft Philosophie
Frau M. Wolanski, Frau K. Adams (v.l.)
Rahmenbedingungen und Selbstverständnis

Das Fach versteht sich als grundlegend begleitend für den gesamten Oberstufenunterricht, d.h., es wird großer Wert gelegt auf eigenständiges Denken, das grundsätzlich, folgerichtig, methodisch fundiert und kommunikativ erprobt werden muss.

Daher wechseln sich genaue Textarbeit und Gruppengespräche regelmäßig ab. Literarisch orientierte, analytische Übungen, Filmanalyse sowie essayistisches Schreiben runden die Methodenvielfalt ab. Auch ist der Unterricht in allen Kursen in der Regel oft fachüberschreitend in Richtung Geschichte, Pädagogik, Natur- und Sozialwissenschaften.

Der erkenntnisfördernde Grundzug erlaubt es den Schüler/Innen, die Grundlagen der anderen Fächer in den Blick zu nehmen. Daher eignet sich das Fach sehr gut für fächerübergreifende Projekte, die wissenschaftstheoretische Grundfragen in den Einzelfächern zum Gegenstand haben (wie zum Beispiel Kunst, Geschichte, Naturwissenschaften). Diese sind aber wegen mangelnder inhaltlicher und personaler Synchronisation schwer zu realisieren.

Das Fach ist aber, wenn von den Schüler/Innen richtig angenommen, in vielen anderen Fächern präsent und aktiv, was man aus den Rückmeldungen von Lehrkräften schließen kann, die in ihrem Unterricht grundsätzliche Probleme von Denken, Sprache, Argumentation und Moral behandeln.

Die unterrichtenden Lehrerinnen fordern die Schülerinnen und Schüler zur Teilnahme am Bundes- und Landeswettbewerb Philosophischer Essay auf und unterstützen diejenigen, die sich dafür interessieren und engagieren. Der Wettbewerb findet einmal jährlich statt und richtet sich an alle Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe II.

Planungsrahmen

Der Stoffplan für die Einführungsphase gilt für alle Schülerinnen und Schüler, die das Fach Philosophie ab dem Schuljahr 2015/2016 belegen:

EF ist ein Einführungskurs, in dem die Methodik (genaues Lesen/Verstehen, Argumentation, Kommunikation) und die Grundinhalte der Philosophie bewusstgemacht und in ihrem Verbund verdeutlicht werden. Dazu kommt die Einsicht in kulturgeschichtliche Kontexte und die spezifische Tradition des europäischen Denkens. Die Schülerinnen und Schüler erhalten Einblicke in alle philosophischen Disziplinen, die in der Qualifikationsphase behandelt und vertieft werden. Es werden anthropologische, ethische, staatsphilosophische wie auch erkenntnistheoretische Fragestellungen und Probleme behandelt. So werden die Voraussetzungen für die Thematiken der Qualifikationsphase bereitgestellt und das Bewusstsein für den Verbund philosophischer Gedankengänge gestärkt.

Der Stoffplan für die Qualifikationsphase (Q1 und Q2) gilt für alle Schülerinnen und Schüler, die das Zentralabitur 2018 bzw. 2019 anstreben:

Q1 thematisiert ethische Argumentationen im Bezug zur europäischen Kulturgeschichte und stellt dabei die Frage nach dem richtigen Handeln sowie die damit verbundenen Probleme von Freiheit und Verantwortung ins Zentrum der Betrachtung. Außerdem werden Probleme von Staat und Gesellschaft, Gerechtigkeit, Menschenrechten und Demokratie behandelt, wobei besonders darauf geachtet wird, anthropologische Positionen sowie ethisches und erkenntnistheoretisches Grundwissen einzubeziehen.

Q2 thematisiert erkenntnistheoretische und wissenschaftstheoretische Fragestellungen und Probleme. Dabei werden auch die Chancen und Gefahren der aktuellen Forschung in den Bereichen der Medizin und Naturwissenschaften angesprochen. Außerdem findet eine intensive Abiturvorbereitung und, sofern die zeitlichen Rahmenbedingungen dies zulassen, eine Wiederholung der abiturrelevanten Inhalte statt.

Kriterien der Leistungsbeurteilung

In der mündlichen Beteiligung spielen neben Regelmäßigkeit, Deutlichkeit und Richtigkeit eigener Beiträge das angestrebte Abstraktionsniveau, die Offenheit und Neugier bei ungewöhnlicheren Gedankengängen (weg vom Gewohnten) und die Bereitschaft zur argumentativen, kritischen Untersuchung vorgestellter Positionen eine wichtige Rolle beim Erreichen der Note gut oder sehr gut.

Klausur/Facharbeit/Essay werden gut genannt, wenn die folgenden Kriterien in vollem Umfang erfüllt sind:

  • angemessenes Erfassen der Problemstellung
  • differenzierte und klare/deutliche Darstellung
  • sprachliche Richtigkeit und Stringenz
  • exakte Verwendung von Fachterminologie
  • selbständige und genaue Herstellung weiterer Bezüge
  • freies, folgerichtiges und weiterdenkendes, kritisches Beurteilen

ausreichend ist die Leistung, wenn die Kriterien 1 - 5 nur in Grundzügen, aber ohne grobe Fehler bearbeitet wurden und lediglich ein Versuch zu 6 vorliegt.

Grundsätzlich gilt bei schriftlichen Äußerungen eine treffende, eigenständige und möglichst knappe Darstellung als die dem Fach angemessene. Die Kompetenz, sich präzise auf das Wesentliche beziehen zu können, gehört zu den Leitzielen aller Kurse und Übungen.

Die Fachgruppe Philosophie, 2017

Eindruck einer Schülerin

Das Unterrichtsfach Philosophie wird am Georg-Büchner-Gymnasium ab der Sekundarstufe II angeboten. Wir Schüler haben dann die Wahl zwischen der katholischen sowie evangelischen Religion und dem Fach Philosophie.

Philosophie (lat. „Liebe zur Weisheit“) bietet spannende Einblicke in die Sicht verschiedener Philosophen und deren Weltanschauungen. Gemeinsam mit unseren Lehrerinnen Frau Adams und Frau Wolanski ergründen wir in vielen interessanten Gruppenarbeiten die menschliche Existenz sowie die Welt und versuchen diese zu deuten. Dabei beziehen wir uns öfters auf bekannte Philosophen wie Aristoteles und Sokrates.

Auf dieser Grundlage führen wir dann Diskussionen innerhalb des Kurses, in denen jedem Schüler eine individuelle Meinungsäußerung ermöglicht wird. Auch den „Sinn des Lebens“ behandeln wir gemeinsam und lassen miteinander unseren Gedanken freien Lauf.

Vanessa Malorny (Q1 - 2016/2017)

Unterrichtsbeispiel

. . . das ganz normale Leben im Naturzustand nach Thomas Hobbes.

Zum Thema Staatstheorie beschäftigen sich die Schülerinnen und Schüler des Philosophiekurses in der Q2 gerade mit verschiedenen kontraktualistischen Staatsmodellen.

Da diese auf dem Gedankenexperiment beruhen, wie denn der Naturzustand des Menschen, also ein anarchischer Zustand, aussehen könnte, haben sich die Schülerinnen und Schüler zunächst selbst im Rahmen einer Robinsonade auf dieses Gedankenexperiment eingelassen und erlebt, was es heißen könnte, auf einer einsamen Insel zu stranden, auf der keine staatlichen Regelungen vorherrschen.

Zur Legitimation seines Staatsmodells hat der englische Philosoph Thomas Hobbes diesen Naturzustand sehr pessimistisch ausgelegt. Ihm zufolge bedeutet der Naturzustand Krieg eines jeden gegen jeden.

Aber schaut selbst, wie einige Schülerinnen den Arbeitsauftrag, den Naturzustand im Hobbes'schen Sinne gestalterisch oder szenisch darzustellen, ausgeführt haben...

Eine besonders gelungene kreative Darstellung des Naturzustandes nach Thomas Hobbes aus dem Philosophiekurs der Q2 von Lia Kampas, Johanna Köchling und Lara Koppenburg.

Text/Foto: Kerstin Adams