Projekttage in der Jahrgangsstufe 8

Gegen Ende des ersten Schulhalbjahrs befindet sich die gesamte Stufe 8 über den Zeitraum von drei Tagen in einem Projekt anstatt Unterricht nach Plan zu absolvieren. Dann können die Schülerinnen und Schüler ihren Neigungen entsprechend weitgehend selbständig zu einem Thema arbeiten, das zwei Fächer verbindet. Die Kolleginnen und Kollegen, die in der Jahrgangsstufe unterrichten, tun sich fächerübergreifend zu Teams zusammen und bieten unterschiedliche Projekte an.

Die Ergebnisse der Projekttage münden in ein „Produkt“, was z.B. eine Power-Point-Präsentation, eine Zeitung, ein Song oder eine Projektmappe sein kann.

Ein „Klassiker“, der schon seit Jahren fester Bestandteil des GBG ist, wird von Herrn Thum vom Jugendamt der Stadt Kaarst durchgeführt. Er regt auf eine abwechslungsreiche und altersgerechte Art und Weise die Auseinandersetzung mit rechtlichen Grundlagen an: Warum gibt es Gesetze? Worin besteht der Unterschied zwischen Ordnungswidrigkeit, Vergehen und Verbrechen? Wie unterscheidet sich das Jugend- vom Erwachsenenstrafrecht? Zum Projekt gehören auch Rollenspiele, wie sich der Einfluss Gleichaltriger auf das eigene Handeln ausüben kann, und der gemeinsame Besuch einer Gerichtsverhandlung. Die auf diese Weise geschaffenen Grundlagen werden in einem abschließenden Planspiel „Von der Straftat bis zur Hauptverhandlung“ selbst angewendet.

Ein weiterer „Dauerrenner“ ist das Projekt Geocachen, das Herr Schwederski an unserer Schule etabliert hat. Hierbei erarbeiten sich die Schülerinnen und Schüler die Grundlagen des GPS – des Global-Positioning-Systems - sowie die Handhabung spezieller technischer Geräte, um sich dann selbst über solche Geräte und die angezeigten geodätischen Koordinaten zu orientieren, bestehende Caches (also „Schnitzel“) in der Umgebung zu suchen und anschließend selbst eine Art moderner Schnitzeljagd, einen Geocach, zu legen.

In weiteren Projekten der vergangen Jahre wurde die Mathematik mit Kunst kombiniert, ein Song selbst geschrieben und mit vielen Instrumenten zur Aufführung gebracht oder eine philosophische Jugendzeitschrift erstellt.

Text: Elisabeth Wegener

Projekttage in Beispielen

Einmal im Jahr haben die Klassen der Jahrgangsstufe 8 die Möglichkeit außerhalb des Regelunterrichts in fächerübergreifenden Projekten zu lernen. Dabei wählen sie aus einem vielseitigen Angebot ihr favorisiertes Projekt.

Im Schuljahr 2013/2014 standen zur Wahl: die Projekte „Mathematik und Kunst“, „Sporthelfer werden“, „Jugendliche vor Gericht“ und „Geocaching“. Die zwei letztgenannten sind richtige Klassiker der Projekttage. Sie erfreuen sich seit Jahren so großer Beliebtheit, dass sie immer wieder angeboten werden.

Das Geo-Caching-Projekt fand unter der Leitung von Herrn Schwederski statt. Dabei lernten die Teilnehmer die Funktion von Global-Positioning-System-Geräten (kurz GPS) kennen, um kleine, in der Umgebung versteckte Schätze (die Caches) zu heben. Teil des Projektes war auch das Erstellen eigener Caches, die nun von der Allgemeinheit gesucht und gehoben werden können.

Beim Projekt „Jugendliche vor Gericht“ vermittelte Herr Thum vom Jugendamt Kaarst den Schülerinnen und Schülern grundlegende Kenntnisse über das deutsche Recht, ließ in Rollenspielen Konfliktsituationen erleben und Verhaltensalternativen erarbeiten und besuchte mit den Jugendlichen einen Vormittag lang Gerichtsverhandlungen im Landgericht Düsseldorf. Das so gewonnene neue Wissen mündete abschließend in eine Simulation einer Gerichtsverhandlung durch die Schüler selbst.

Gleich drei Lehrerinnen, Frau Gerards, Frau Müller und Frau Weecks, standen einem ungewöhnlichen Projekt zur Seite: Der Verbindung von Mathematik und Kunst, zweier Fächer, die auf den ersten Blick vielleicht nicht viel gemeinsam haben. Allerdings gibt es im Hinblick auf Symmetrien, Dreidimensionales, Unendlichkeit, Geometrie, Rekursives und optische Täuschungen Überschneidungen. Diese Gemeinsamkeiten untersuchten die Schüler, suchten Mathematik in der Kunst, zeichneten eigene Bilder, in denen Mathematik vorkommt und beschäftigten sich mit bekannten Personen, die der Zusammenhang von Kunst und Mathematik faszinierte wie den niederländischen Künstler M.C. Escher, der für seine unmöglichen Figuren bekannt wurde. Deren Parkettierungen beispielsweise haben einen mathematischen Zusammenhang zur Winkelsumme im Viereck und Drehsymmetrie.

Das von Herrn Peters angebotene Projekt „Sporthelfer werden“ führte in ein Vorhaben der Landesregierung und des Landessportbundes NRW ein: Sporthelfer/innen sind speziell ausgebildete Schüler/innen, die Bewegungsspiele und -anreize für ihre Mitschüler anbieten können, zum Beispiel in Pausen oder in verschiedenen Angeboten des Ganztags, und so an einem bewegteren Schulalltag mitwirken.

Schüler-Projelttagebericht 2013/2014

Dieses Projekt war eine kleine Einführung in die Ausbildung zum Sporthelfer, von der man auf diese Weise auch schon einige Stunden absolviert hat. Am Dienstag lernten wir zunächst kennen, was man mit einem Sporthelferschein alles machen kann und welche Aufbaukurse es gibt. Außerdem probierten wir eine Reihe von Kennenlernspielen aus, die gleichzeitig eine Vorbereitung auf das Frei-vor-der-Gruppe-Sprechen darstellten, was man können muss, wenn man selbst eine Gruppe leiten will. In den letzten Stunden ging es dann in die Sporthalle, wo wir aus Beschreibungen verschiedener Völkerballvarianten eine aussuchen mussten, um sie anschließend anderen Gruppen zu erklären und vorzustellen – auch dies war eine Übung für das, was als „richtiger“ Sporthelfer auf einen zukommt: Klare Instruktionen geben können.

Auf dieser Grundlage wurde gespielt. Am zweiten Tag lernten wir in den ersten Stunden und in kleinen Teams, wie man eine Sportgruppe richtig aufwärmt. Dies mussten wir wiederum anderen Teams vorstellen. In den letzten beiden Stunden planten wir, welche Spiele wir mit einer 7er Klasse am Folgetag ausprobieren wollten, denn dann sollten wir die Leitung von zwei Sportstunden übernehmen.

Donnerstagmorgen dann besprachen wir noch einmal, worauf es beim Anleiten eines Spiels ankommt, und dann durften wir in 2er Gruppen eine Klasse anleiten. Alles ging gut, und ich glaube, alle hatten Spaß. In den letzten Stunden ließen wir das Geschehene noch einmal Revue passieren. Um ein vollständig ausgebildeter Sporthelfer zu sein, muss man die Ausbildung in einer  AG fortsetzen.

Alles in allem hat diese Projektwoche Spaß gemacht und man hat viel gelernt.

Text: Juliana Rudovsky