Wahlpflichtbereich 2 ("Differenzierungskurse")

Nachdem im Wahlpflichtbereich I  die zweite Fremdsprache ab Klasse 6 gewählt wurde, erfolgt im zweiten Halbjahr der Jg. 7 die Wahl eines neuen Faches, das in den Jg. 8 und 9 unterrichtet wird.

Am GBG können die Schüler unter folgenden Fächern auswählen:

  • Latein oder Französisch als dritte Fremdsprache (dieses Angebot wird nicht in jedem Jahr von einer ausreichend großen Zahl von Schülern gewählt und kommt deshalb nicht immer zustande; die dritte Fremdsprache wird in Kooperation mit dem AEG unterrichtet)
  • Biochemie (als Kombination der Fächer Biologie und Chemie)
  • Szenisches Gestalten
  • Informatik.

Die Fächer werden zweistündig unterrichtet (die dritte Fremdsprache in der Regel dreistündig); es werden pro Halbjahr zwei Arbeiten geschrieben, und die Zeugnisnoten sind voll versetzungswirksam.

Zum Angebot im Wahlpflichtbereich II  erhalten die Schüler und Eltern eine ausführliche Informationsschrift; auf der Homepage der Schule werden häufig gestellte Fragen zu den Wahlen beantwortet. Bei Bedarf findet eine Informationsveranstaltung statt, auf der die Fachlehrer ihr Angebot erläutern; zusätzlich erhalten Eltern und Schüler auf Nachfrage eine individuelle Beratung durch Fachlehrer oder Mittelstufenkoordinatorin.

Die einmal erfolgte Wahl des Faches ist verbindlich, d.h. ein Wechsel des gewählten Faches ist in der Regel nicht möglich.

FAQ Differenzierung

Häufig gestellte Fragen zu den Wahlen im Differenzierungsbereich

  • Wie groß ist die Chance in das Fach meiner Erstwahl zu kommen?
    In der Regel kommen mindestens 90% aller Schüler in das Fach ihrer Erstwahl. Es kann allerdings auch Ausnahmen geben, wenn Fächer sehr stark nachgefragt sind; das ist bisher nur bei Informatik und Biochemie der Fall gewesen.

  • Wie wird entschieden, wenn es mehr Interessierte Schüler/-innen als Plätze für einen Kurs gibt.
    Es wird gelost.

  • Wenn ich nicht in den Kurs meiner Erstwahl komme, gibt es dann für mich später noch eine zweite Chance auf einen Platz im Kurs meiner Erstwahl?
    Ja, die gibt zu Beginn des neuen Schuljahres, wenn z.B. durch bestandene oder nicht bestandene Nachprüfungen Plätze in begehrten Kursen frei werden. Schüler/-innen, die bis dahin im Kurs ihrer Zweitwahl sind, können sich am ersten Tag des neuen Schuljahres an die Mittelstufenkoordinatorin wenden.

  • Wie groß sind die einzelnen Kurse?
    Die Informatikkurse haben bis zu 28 Schülern/ Schülerinnen; in Biochemie können es auch über 30 sein, im Kurs Szenisches Gestalten bis ca. 25. Nur die Kurse in Französisch und Latein sind meistens sehr klein; der Französischkurs im Schuljahr 2011/ 2012 hatte 11 Teilnehmer/-innen.

  • Gibt es Kurse, die am AEG stattfinden?
    Ja, das kann bei Französisch oder Latein der Fall sein, weil wir diese Kurse in Kooperation mit dem AEG anbieten. Die Schüler/- innen, deren Kurs am AEG stattfindet, fahren in der Pause mit dem Fahrrad zum AEG oder – bei sehr schlechtem Wetter – mit dem Bus. Das hat in der Vergangenheit problemlos funktioniert.

  • Werden die Stunden im Differenzierungsbereich als Doppelstunden unterrichtet?
    Ja; Französisch und Latein haben zusätzlich zur wöchentlichen Doppelstunde in der Regel noch eine Einzelstunde.

  • Gibt es im Fach Szenisches Gestalten auch Proben, die zusätzlich zur wöchentlichen Doppelstunde angesetzt werden?
    Ja, unmittelbar vor einer Aufführung, also vor dem Büchner-Abend oder vor RAMPENFIEBER, kann das notwendig sein, da die beiden Unterrichtstunden für eine gelungene Aufführung manchmal nicht reichen. Es könnte also sein, dass im Vorfeld einer Aufführung ein Probenwochenende eingerichtet wird.  Probenwochenenden finden in der Regel an zwei Tagen statt. Wir beginnen meistens am Freitag- nachmittag, arbeiten 2 bis 3 Stunden und machen dann am Samstag oder Sonntag, am Vor- oder Nachmittag 2 bis 3 Stunden weiter. Wann geprobt wird, entscheidet dann die Mehrheit der Gruppe.

  • Muss ich für Informatik  Vorkenntnisse mitbringen oder zu Hause eine besondere Computerausrüstung haben?
    Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Es ist aber unbedingt notwendig, dass zu Hause ein PC und ein Internetzugang genutzt werden kann. Notwendig ist auch die Anschaffung eines Daten-Sticks, um in der Schule begonnene Übungen oder Projektarbeiten zu Hause fortführen bzw. zu Hause bearbeitete Übungen in der Schule korrigieren zu können. Defekte am PC oder Störungen des Internetzugangs müssen kurzfristig behoben werden, da ohne diese Hilfsmittel in der Schule vermittelte Lerninhalte zu Hause nicht geübt werden können.

  • Wenn ich eine dritte Fremdsprache wähle, kann ich sie dann in der Oberstufe weiterführen?
    Ja, wenn genügend  Interessenten für einen Kurs in der Oberstufe zusammenkommen. In Französisch gibt es in der Regel einen Grundkurs in der Oberstufe, in dem die Schüler, die Französisch als zweite und als dritte Fremdsprache gewählt haben, gemeinsam unterrichtet werden.

  • Wie lange muss ich Latein als dritte Fremdsprache belegen, um das Latinum zu erwerben?
    Bis zum Abitur.

  • Welche Lehrbücher werden für die dritte Fremdsprache verwendet?
    In Latein arbeiten wir mit Cursus (Oldenbourg/ bsv-Verlag) und in Französisch mit dem Cours intensif von Klett. Die Lehrbücher werden von der Schule gestellt
Wahlpflichtbereich Biochemie

in Vorbereitung

Wahlpflichtfach Französisch

in Vorbereitung

Wahlpflichtfach Informatik

Vielleicht stellt ihr euch zurzeit die Frage:

„Warum sollte ich im Differenzierungsbereich das Fach „Informatik“ wählen?“

Es gibt viele, zum Teil ganz verschiedene Antworten, die eine Wahl entscheiden können.

Daniel und Robin haben sich im Schuljahr 2008/09 für die Informatik entschieden und nennen 10 Argumente, warum sie meinen, dass man Informatik wählen sollte:

  • Es macht Spaß!
  • Man braucht keinerlei Voraussetzungen mitzubringen
  • Es ist nie langweilig und bleibt immer interessant
  • Man lernt wichtige Sachen, die man in der späteren Schullaufbahn oder im Berufleben benötigt, z.B. die Anwendung von Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Präsentationen
  • Es ist kein "Jungen-Fach"! Auch Mädchen können hier ihre Individualität und Kreativität unter Beweis stellen, z.B. bei der Erstellung einer Homepage. Also Mädels, zeigt den Jungs mal was ihr alles drauf habt im Umgang mit Computern!
  • Der Kurs ist nur eine Einführung in die große Computerwelt, so werden hier auch noch keine großen mathematischen Kenntnisse gefordert
  • Informatik ist ein lebendiges Fach, es gibt immer neue Sachen zu erforschen.
  • In einer ruhigen Atmosphäre (außer den Geräuschen von den Kühlern im PC) die Vielfalt am Computer zu zweit kennen lernen.
  • Es gibt also fast nie Einzelarbeit, außer bei Klausuren. :)  Ihr sitzt zu zweit an einem PC und arbeitet auch zusammen.
  • Weil man Projekte gestalten möchte wie z.B.:
    • eine Befragung von Mitschülerinnen und  Mitschülern auswerten
    • eine Zeitung schreiben
    • eine Bewerbung für meinen Wunschberuf erstellen (Anzeige, Lebenslauf, Bewerbung)
    • eine Homepage gestalten
Wahlpflichtfach Latein

(oder: Eine ziemlich lebendige „tote Sprache“!)

Salvete! -> Hallo!

An dieser Stelle soll sich nun Latein als Wahlfach im Differenzierungsbereich vorstellen. Viele werden jetzt mitleidig lächeln und sagen: Was will ich mit einer „toten“ Sprache? Klar, auf den ersten Blick drängt sich dieser Eindruck auf; denn nirgendwo auf der Welt, außer im Vatikan, der nicht unbedingt zu den klassischen Urlaubsländern zählt, kann man mit dieser Sprache aktiv etwas anfangen.

Doch der Schein trügt; Latein hat andere Qualitäten, die aber erst bei genauerem Hinsehen zu erkennen sind: So benutzt jeder von euch unbewusst jeden Tag eine Vielzahl von Begriffen und Ausdrücken, die lateinischen Ursprungs sind:

  • Die Fußballfans (= Begeisterter) unter euch träumen vielleicht von Fortuna (= Glück) Düsseldorf oder Borussia (= Preußen) Mönchengladbach.

  • Viele von euch sitzen nachmittags an ihrem Computer (= Rechner) oder schauen sich Videos (= ich sehe) an, die ihr total (= ganz) gut findet.

  • In der Schule macht ihr in Chemie Experimente (= Versuche), in Deutsch Interpretationen (= Deutungen) oder in Mathe Additionen (= Hinzufügungen).

Solche Beispiele lassen sich in beliebiger Zahl in allen Bereichen des Alltags finden. Nun könnten die Kritiker unter euch sagen: Um die Begriffe benutzen zu können, muss ich mir nicht unbedingt den Stress antun, die ganze Sprache zu lernen. Da tut es auch ein gutes Fremdwörterlexikon.

Aber das sind noch lange nicht alle Vorzüge von Latein: In den Regionen des römischen Reiches entstanden unterschiedliche Dialekte des gesprochenen Lateins, aus denen viele Tochtersprachen, wie z.B. Italienisch, Spanisch, Portugiesisch oder Französisch hervorgegangen sind. Sogar im Englischen lassen sich ca. 60% des Wortschatzes aus dem Lateinischen ableiten. Wenn du also Englisch und Französisch noch besser verstehen willst oder später weitere moderne Fremdsprachen schnell und einfach lernen möchtest, dann bist du bei Latein richtig.

Auch für das Deutsche gibt der Lateinunterricht gute Trainingsmöglichkeiten her: So übst du beim Übersetzen, das übrigens nur vom Lateinischen ins Deutsche erfolgt, genau hinzusehen sowie geeignete Wörter und Ausdrücke zu finden. Ganz nebenbei lernst du zusätzlich die deutsche Grammatik besser kennen und verstehen..

          Per aspera ad astra. -> Es gibt eine Menge zu tun, bis man das Latinum hat.  (ziemlich freie Übersetzung)

Sicherlich ist das Erlernen der lateinischen Sprache kein Spaziergang, aber das ist es in Englisch oder Französisch auch nicht.

Es müssen wie in jeder Fremdsprache Vokabeln und Grammatik gepaukt werden. Da führt leider kein Weg dran vorbei. Doch trotz dieser unangenehmen Begleiterscheinungen muss der Lateinunterricht deswegen noch lange nicht trocken oder langweilig sein. Begleitend zur Lehrbucharbeit lernt ihr eine Menge über die römische Antike und ihre Bedeutung für uns heute.

Auch die Klassiker, die im Anschluss als Originallektüre gelesen werden, können durchaus amüsant, spannend und informativ sein: So gibt Ovid beispielsweise sehr detaillierte Informationen, was zu einer Liebesbeziehung so alles dazugehört, Caesar erzählt von kannibalistischen Anwandlungen der Gallier oder merkwürdigen Tieren in Germanien, Seneca gibt praktische Ratschläge, wie man sein Leben erfolgreich meistern kann etc..

Non scholae, sed vitae (et universitati) discimus. 
->  
Nicht für die Schule, sondern für das Leben (und die Universität) lernen wir.

Wenn du im Differenzierungsbereich ab Klasse 8 Latein wählst, hast du zum letzten Mal die Möglichkeit, in der Schule das Latinum zu erwerben. Dies geschieht ohne irgendeine zusätzliche Prüfung, wenn du am Ende der Jahrgangsstufe 12/Q2 in Latein mindestens eine „glatte 4“ in Latein auf dem Zeugnis hast, und das ist durchaus schaffbar. Sogar für diejenigen, die nach dem Ende der Jahrgangstufe 11/Q1 der Mut oder die Lust verlässt weiterzumachen, gibt es ein kleines Trostpflaster für die ganze Schinderei: die Bescheinigung der Lateinkenntnisse (früher: kleines Latinum). Voraussetzung ist aber auch hier mindestens eine „4“ in Latein auf dem letzten Zeugnis.

Man kann das Latinum zwar auch auf der Uni nachholen, doch nur unter wesentlich ungünstigeren Bedingungen: Das, was ihr in der Schule nach 5 Jahren in überschaubaren Gruppen gelernt haben solltet, muss auf der Uni nach 1 - 1 ½  Jahren in Kursen mit bis zu 150 Studierenden geschafft sein. Das ist sicherlich die unangenehmere Variante.

Wenn ihr also überlegt, später einmal zu studieren, dann solltet ihr dabei bedenken, dass die Tendenz dahin geht, dass viele Universitäten wieder das Latinum für zahlreiche Studiengänge verlangen.

In NRW werden derzeit u.a. für folgende Studienabschlüsse Lateinkenntnisse gefordert:

LATINUM

  • bei Bachelor- und Masterstudiengängen in den Fächern Deutsch, Fremdsprachen, Geschichte, Philosophie, kath. und ev. Religionslehre

  • bei kirchlichen Abschlussprüfungen für kath. und. ev. Theologie

  • zum Erwerb eines Universitätsabschlusses in geisteswissenschaftlichen und sprachlichen Fächern

  • zur Promotion in der philosophischen Fakultät, den theologischen Fakultäten, z.T. auch in der juristischen Fakultät

LATEINKENNTNISSE (früher: kleines Latinum)

  • zum Erwerb eines Universitätsabschlusses in Sozialwissenschaften, Literaturwissenschaft, Musikwissenschaft, Archäologie, Bibliothekswissenschaft u.a.

Ferner sind Kenntnisse der lateinischen Sprache auch beim Studium der Medizin von Vorteil  und helfen bei der Bewältigung der Terminologiekurse, die medizinische Fachbegriffe vermitteln.

Ihr seht, es gibt eine Menge guter Gründe, vielleicht doch über die Wahl des Faches Latein noch einmal nachzudenken.

In diesem Sinne

         Sapere aude! -> Trau dich, etwas für deine Bildung zu tun!      (wieder ziemlich freie Übersetzung)

Text: V. Werker – Juli 2014

Wahlpflichtbereich Szenisches Gestalten

Wenn ihr schon einmal an einer Theater-AG teilgenommen und mit eurer Gruppe auf der Bühne gestanden habt, dann wisst ihr, wovon ich spreche, wenn ich sage, dass es ein besonderes Erlebnis ist, sich nach einer gelungenen Aufführung den Applaus des Publikums abzuholen.

Aber bis es soweit ist, muss ein weiter Weg zurückgelegt und viel Arbeit investiert werden. Ein Theaterprojekt auf die Beine zu stellen, verlangt Mut und Risikobereitschaft, aber auch Durchhaltevermögen, die Fähigkeit, in der Gruppe zu arbeiten, und vor allem Disziplin und Zuverlässigkeit.

Und wenn ihr bereit seid, zu spielen, euch zu bewegen, Theatertexte zu lesen, selbst Texte zu schreiben, Theateraufführungen zu besuchen und euch die notwendigen theoretischen Grundlagen zu erarbeiten, dann könntet ihr im kommenden Schuljahr das Fach „Szenisches Gestalten“ wählen.

In den beiden Jahren, die uns zur Verfügung stehen, werden wir immer praktisch arbeiten, da der Unterricht im Fach Szenisches Gestalten grundsätzlich als Projektunterricht stattfindet. Damit ist jedoch theoretisches Arbeiten nicht ausgeschlossen, denn auch in diesem Fach müssen - wie in allen anderen Fächern des Differenzierungsbereiches - Kursarbeiten geschrieben werden.

Wir werden in jedem Schuljahr eine Aufführung vorbereiten, erste Ergebnisse am Büchner-Abend vor den Osterferien vorstellen und die komplette Aufführung im Rahmen unseres Schultheaterfestivals RAMPENFIEBER, das am Ende des Schuljahres stattfindet, präsentieren.

Unterrichtsinhalte

Um Aufführungen auf die Beine stellen zu können, sind Grundlagen notwendig, die im ersten Kursjahr, also in der Jahrgangsstufe 8, erarbeitet werden.

Nach einer Einstiegsphase, in der es vor allen Dingen darum geht, die spezielle Arbeitsweise im Fach Szenisches Gestalten und die neuen Gruppenmitglieder näher kennenzulernen, werdet ihr

  • anhand eines Projektthemas sowohl verschiedene Methoden sich einer Rolle zu nähern als auch Grundlagen im wort- und körpersprachlichen Ausdruck erarbeiten. Mit diesen Schwerpunkten werdet ihr eure ersten Szenen gestalten und zu einer Szenenfolge zusammenstellen, die dann am Büchner-Abend präsentiert wird.
  • Nach dem Büchner-Abend werdet ihr eure persönlichen Ausdrucksmöglichkeiten gezielt erweitern, komplexere Szenenfolgen zum Projektthema gestalten und das Gesamtergebnis dann im Rahmen von RAMPENFIEBER präsentieren.

Da ihr im zweiten Kursjahr, also in der Jahrgangsstufe 9, bereits über theatrale Grundkenntnisse und Fertigkeiten und ein erweitertes Ausdrucksrepertoire verfügt, werdet ihr in diesem Jahr eine dramatische oder epische Textvorlage bearbeiten.

Lernerfolgsüberprüfungen und Bewertung

Und nun fragt ihr euch bestimmt, wie eure Leistungen in einem solchen Fach bewertet werden können.

Das Fach Szenisches Gestalten ist ein künstlerisches Fach, in dem überwiegend praktisch gearbeitet wird. Dies bedeutet, dass der Schwerpunkt der Bewertung auch auf eurer praktisch-künstlerischen Leistung liegen wird.

Die Leistungsüberprüfung wird in der Durchführung und Bewertung  so gestaltet, dass ihr keine Angst haben müsst, euch zu zeigen, und in der kritischen Auseinandersetzung mit den erarbeiteten Ergebnissen euer Ausdrucksrepertoire entwickeln und erweitern könnt.

Da die einzelnen Spielprojekte unterschiedliche gestalterische Schwerpunkte haben, wird es je nach Spielprojekt auch unterschiedliche Beurteilungskriterien geben, die vorab bekannt gegeben werden.

Bewertet werden nicht nur die in der öffentlichen Präsentation (Büchner-Abend und RAMPENFIEBER) sichtbaren Ergebnisse der Projektarbeit, sondern vor allem die Leistungen, die ihr in der Erarbeitungsphase, d.h. in allen Phasen der konkreten Projektarbeit, erbringt (mündliche Mitarbeit). Neben den spielerischen Leistungen werden auch die Beteiligung an Auswertungs- und Konzeptionsgesprächen und schriftliche Leistungen (z.B. Rolleninterviews, Szenenskizzen etc.) bewertet. Wesentlicher Maßstab für die Beurteilung ist der individuelle Lernfortschritt, der sich anhand der Unterrichtspräsentationen, der Hausaufgaben, angefertigter Stundenprotokolle und der Unterrichtsgespräche feststellen lässt. Es werden aber auch die Lernbereitschaft, die Fähigkeit zur kritischen Selbsteinschätzung, das Gesprächsverhalten und die Bereitschaft, Aufgaben für die gesamte Gruppe zu übernehmen, berücksichtigt.

Die Halbjahres- und die Abschlussnote werden aus der Bewertung der konkreten Projektarbeit und den Ergebnissen der Kursarbeiten gebildet.

Kursarbeiten

Grundsätzlich gilt, dass die jeweilige Aufgabenstellung immer auf den tatsächlich erteilten Unterricht bezogen ist. Pro Halbjahr wird eine schriftliche und eine spielpraktische Arbeit, die auch einen schriftlichen Anteil haben kann, gestellt.

Bei den spielpraktischen Arbeiten mit schriftlichem Anteil können folgende Aufgabenstellungen gewählt werden:

  • Auswahl, Vorführung und begründende Erläuterung von Übungs- oder Spieleinheiten, die zu einer bestimmten Projektphase passen,
  • Entwicklung und begründende Erläuterung einer Szene anhand konkreter Vorgaben,
  • Improvisation zu Situationen vor, nach oder neben einer gewählten Textstelle mit erläuternder Begründung,
  • Improvisation zu Situationen aus der Biographie einzelner Figuren mit erläuternder Begründung,
  • Entwicklung einer Figur zu einem Projekt mit entsprechender Begründung.

Bei der Auswahl der Aufgabe wird darauf geachtet, dass

  • ein Bezug zum laufenden Projekt besteht,
  • die Aufgabe auf euren Leistungsstand abgestimmt ist,
  • kreatives Arbeiten möglich wird,
  • bereits Erarbeitetes nicht noch einmal reproduziert wird,
  • die beteiligten Personen (max. 2 bis 3) etwa gleiche Spiel- und Sprechanteile haben,
  • mindestens 30 Minuten Vorbereitungszeit zur Verfügung stehen.

Da eure Präsentation grundsätzlich im Zusammenhang mit dem Jahresprojekt steht, wird sie zur Detailbewertung und als Ergebnissicherung auf jeden Fall auf Video aufgenommen.

Bei den schriftlichen Aufgaben können folgende Aufgabenstellungen gewählt werden:

  • Rollenbiografien zu Spielvorlagen,
  • Schreiben von Texten aus der Perspektive einer Figur,
  • Text für ein Programmheft,
  • Bühnengestaltungen oder Raumkonzepte für ein Projekt,
  • Kostümfigurinen zu einem Projekt,
  • Besprechung einer Theateraufführung (Rezension).

Unterrichtsformen und Arbeitsweisen

Im Unterricht der meisten Schulfächer ist die Arbeit an einem Projekt etwas Besonderes, für das Fach Szenisches Gestalten ist der Projektunterricht die geeignete Unterrichtsform, da alle Übungen, die szenischen Improvisationen, die theoretischen Überlegungen und alle anderen Unterrichtsaktivitäten dazu beitragen sollen, von einer Idee, einem Text oder einem Thema zu einer präsentablen Darstellung zu kommen, in der die verschiedenen Einzelelemente verbunden sind. Projekte sind daher sowohl kürzere Unterrichtseinheiten, in denen Teilergebnisse erarbeitet werden, als auch Inszenierungsvorhaben, die sich über das gesamte Kursjahr erstrecken.

Innerhalb der konkreten Unterrichtsstunde unterscheiden wir zwischen

  • Trainingsphasen, die der Entwicklung der persönlichen Ausdrucksfähigkeit und der Systematisierung theatraler Strukturelemente dienen,
  • Probenphasen, die aus „Tischarbeit“ und konkreter szenischer Arbeit bestehen, und
  • Präsentationsphasen, in denen die Arbeitsgruppen das Ergebnis einer Übung oder einer Improvisation zeigen und zur Diskussion stellen.

Unterrichtsmaterialien:

Neben einem Heft oder Ordner für das Fach benötigt ihr bewegungsfreundliche Kleidung, die wegen der häufigen Präsentationen in Kleingruppen oder mit der Gesamtgruppe einheitlich sein und aus folgenden Kleidungsstücken bestehen sollte:

  • ein schwarzes und ein weißes T-Shirt ohne Aufdruck,
  • eine schwarze Gymnastikhose oder eine schwarze Hose aus dehnbarem Material,
  • schwarze Gymnastikschuhe oder Stoppersocken

Und nun hoffe ich, dass ihr euch trotz der vielen theoretischen Erläuterungen vorstellen könnt, dass wir im Unterricht überwiegend praktisch arbeiten werden. Die Arbeitsweise wird für euch neu sein, aber sie ist interessant und kann euch, wenn ihr bereit seid, euch darauf einzulassen, völlig neue Perspektiven eröffnen.

Text: R. Winkler-Kalbas