Europas Wahl und ihre junge Stimme

von GBG-Online

Die Europawahl – alle fünf Jahre strömen Millionen EU-Bürger an die Urnen, um die Zukunft Europas mitzubestimmen – und in diesem Jahr erstmals auch bereits 16-jährige in Deutschland.

Bei der von der Sowi-Fachschaft am Georg-Büchner-Gymnasium organisierten, bundesweiten Jugendwahl durften bereits alle Schüler:innen ab Klasse 8 zeigen, wo es politisch langgehen soll. Eine Spielerei? Von wegen! Die Ergebnisse der Juniorwahl werden selbstverständlich auch von den Parteien genauestens beobachtet – schließlich können sie ein Gradmesser dafür sein, was in der Politik von morgen wichtig wird.

Wer hat nun aber bei den fast 400 jungen Wählern am GBG das Rennen gemacht? Ein Blick in die Zahlen bringt Überraschendes ans Licht:

CDU

24,7%

SPD

13,9%

Grüne

15,2%

AfD

8,9%

FDP

9,7%

Volt

8%

BSW

5%

CDU: Die CDU ist am GBG die klare Gewinnerin dieser Wahl. Dies zeigt, dass traditionelle und konservative Werte bei den jungen Wählern am GBG stark verankert sind.

Grüne und SPD: Mit 55 bzw. 50 Stimmen liegen die Grünen und die SPD auf den Plätzen zwei und drei. Anders als bei der „Europawahl der Großen“ haben die Grünen es am GBG somit geschafft, den zweiten Platz in der Wählergunst zu verteidigen, während die SPD mit 13,9% exakt dasselbe Ergebnis erreicht, wie bei der bundesweiten Abstimmung vom 9. Juni. Jubelschreie von Sozialdemokraten waren auch am GBG nicht zu vernehmen.

FDP und AfD: Die Parteien sind beide bei knapp unter zehn Prozent gelandet und somit ein solides aber nicht überwältigende Ergebnis erzielt. Die in Kaarst traditionell starke FDP erzielt im Vergleich zum Bundestrend ein deutlich besseres Ergebnis, im Vergleich zum Kaarster Gesamtergebnis der „Großen“ zeigen sich kaum Differenzen. Das Erstarken der AfD hat auch vor dem GBG nicht Halt gemacht. In ersten Nachwahlbefragungen von Schüler:innen wurde das massive Marketing, insbesondere in sozialen Netzwerken wie Tik-Tok, als möglicher Grund für den hohen Stimmenanteil gesehen.

Volt und kleinere Parteien: Volt hat mit 8% der Stimmen bei Jugendlichen ähnlich wie im Bund überraschend stark abgeschnitten, was darauf hinweist, dass neue Parteien eine beachtliche Anhängerschaft unter den Jugendlichen haben und diese sich offen für Neues zeigen. Dieser Trend war auch bei der Europawahl am 9. Juni zu beobachten, möglicherweise auch bedingt durch den Wegfall der 5%-Klausel bei Europawahlen.

Bleibt die letzte offene Frage: wer wählte die „Partei zur schulmedizinischen Verjüngung“ und warum interessieren sich Schüler unter 18 bereits für eine Verjüngung? Ist es so erstrebenswert, wieder 12 zu sein?

Wir sind gespannt auf die Ergebnisse bei der „Junior-Bundestagswahl“ im nächsten Jahr und möchten uns ausdrücklich bei den vielen Wahlhelfern bedanken, die diese Form der demokratischen Willensäußerung überhaupt erst möglich gemacht haben.

Text und Bild: Jan Möller

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