Abitur - Abitur - Abitur

von GBG-Online Redaktion

„Man muss lernen, was zu lernen ist, und dann seinen eigenen Weg gehen“

Ein Bericht über den 29. Juni 2018, den Tag, den wir im Kreise geliebter und zu schätzen gelernter Menschen verbringen durften und an dem wir mit einem Abschnitt unseres Lebens abschlossen.

Sonst dauert es wirklich nicht lange, bis ich weiß, wie ich meinen Text beginnen und aufbauen soll. Doch dieses Mal fällt es mir nicht leicht. Für das Beschreiben all dieser wunderbaren Dinge, die wir erlebt haben und erleben durften, lassen sich nicht immer Worte finden. Aber ich gebe mein Bestes.

Der Morgen des 29. Juni begann für mich mit dem Einkauf von genau einhundert Rosen, die wir eine Woche zuvor für die Zeugnisvergabe bestellt hatten. Die Rosen sollten in die Schule und ich in die Kirche. Denn dort feierten wir am Mittag unseren Abschlussgottesdienst, den wir seit Monaten gemeinsam und mit der unverzichtbaren Hilfe von Frau Artemjew und Frau Nosseir vorbereiteten. Wir blickten zurück auf die Zeit als Schülerin und Schüler, unsere in dieser Zeit gesammelten Erfahrungen und Erlebnisse. Und wir blickten darauf zurück, was uns als Stufe prägte und ausmachte.

Dazu wählten wir aus der Bibel den Text von dem einen Leib und den vielen Gliedern. Wie dieser eine Leib war auch unsere Stufe, mit vielen Schülerinnen und Schülern als Glieder, die verschiedener nicht sein könnten, sich deshalb aber immer ergänzt haben. Gemeinsam konnten wir vieles erreichen, schaffen und erleben.

Was wir erreichten, war aber nicht nur der Zugewinn sozialer Kontakte und unersetzlicher Freundschaften, sondern auch unser Schulabschluss. Und selbst wenn es heißt, das Abitur sei nichts mehr wert und andere Bundesländer hätten viel höhere Ansprüche, so können wir doch behaupten, es war ein hartes Stück Arbeit und mit Stolz sagen: „Wir haben Abi!“

Und dazu gratulierte uns zunächst Schulleiter Volker Werker mit einer unvergesslichen Rede. Auch wenn er zu Beginn zugab, seine Schwierigkeiten angesichts unseres Abitur-Mottos beim Verfassen eines Vorwortes für die Abizeitung gehabt zu haben, so überwältigte er uns mit den Worten, die er anlässlich der Zeugnisvergabe für uns fand. Angelehnt an das Thema Fußball und dem Vergleich der Schulzeit mit diesem Mannschaftssport waren das Zitate aus der Welt des Fußballs, teilweise sehr lustig, aus denen Herr Werker wichtige Lebensweisheiten für uns zu interpretieren wusste.

Auch Bürgermeisterin Dr. Ulrike Nienhaus sprach uns ihre Glückwünsche aus und ließ sich etwas Besonderes einfallen. Sie ließ uns ein Selfie machen, das uns, wenn wir es uns Jahre später ansehen, immer an diesen einen Augenblick erinnern würde. Seitens der Eltern gratulierte uns Stefanie Schützeichel, und stellvertretend für unsere Stufe richtete Cornelius Schützeichel dankende Worte an unsere Eltern und Lehrer.

Während unsere zuvor ausgewählten Lieder gespielt wurden, betraten wir in Gruppen die Bühne der Aula, um unser Abiturzeugnis und eine der Rosen entgegenzunehmen. Und da hatten wir es „schwarz auf weiß“, was Herr Werker schon zuvor von Trappatoni zitierte: „Ich habe fertig!“

Das galt es natürlich dem Anlass gebührend zu feiern, und zwar am Abend in einem Hotel nahe des Neuss-Düsseldorfer Rheinufers. Unserem Abiball fieberten wir schon lange Zeit aufgeregt entgegen. Wir begrüßten unsere Verwandten, Freunde und Lehrer mit einem zuvor einstudierten Ständchen und begannen den Abend mit einem gemeinsamen Essen.

Darauf folgten ein paar sehr emotionale Worte unserer Stufen-Koordinatoren Eva Mühlbrodt und Alexander Wronski, bevor wir dann mit unseren Reden für die Lehrer der Leistungskurse anschlossen. Die Leistungskurs-Lehrer durften sich neben diesen Reden auch über ein persönliches Geschenk ihres Kurses freuen.

Schließlich feierten wir den Abend und bis spät in die Nacht hinein unseren erreichten Schulabschluss, das Abitur in der Tasche. Die ganze Zeit über bot sich noch die Gelegenheit für den Austausch untereinander, auch im Gespräch mit den Lehrerinnen und Lehrern, die mit uns feierten.

Und wie Händel es sagte, werden wir, nachdem wir nun gelernt haben, was zu lernen ist, in die Zukunft starten und unseren Weg gehen. Es ist nicht der Anfang vom Ende, wir stehen am Ende vom Anfang. Für jeden einzelnen zieht der Weg ganz unterschiedliche Bahnen und führt zu verschiedenen Zielen. Mit Mut, Willensstärke und dem nötigen Optimismus werden wir diesen Weg gehen und sollten das Ziel nicht aus den Augen verlieren. Unsere Eltern und unsere Lehrer haben uns den Weg gewiesen und an uns geglaubt. Nun liegt es an uns, diesen Weg zu gehen.

Text: Matthias Dönni, Fotos: Hajo Wagner

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