Emotionale letzte Stunden am GBG – Verabschiedung aus dem Kollegium

von GBG-Online

Insgesamt neun Kolleginnen und Kollegen nahmen am 26.6.20 Abschied vom Georg-Büchner-Gymnasium. Davon gehen drei in den Ruhestand, drei Kolleginnen wechseln an andere Schulen und drei Referendarinnen haben feste Stellen bekommen.

Zuerst führten Marlies Lüke und Hajo Wagner am letzten Schultag das Kollegium mit einer kommentierten Bilderauswahl durch ihre bewegten Berufsjahre.

Hajo Wagner brachte Katzenhaie ans Georg-Büchner-Gymnasium. Er fand 2005 als Biolehrer zum GBG, unterrichtete hier auch Physik und hielt zwischenzeitlich allein die Informatik-Fachschaft am Leben. Besonders die jüngeren Kolleginnen und Kollegen verfolgten seinen Bericht über die Teilnahme am Wettbewerb rund um Haie und Rochen im Jahr 2005 mit großem Erstaunen, da sie zu dieser Zeit noch nicht hier arbeiteten. Der vom Sea-Life ausgeschriebene erste Preis bescherte dem GBG zeitweise ein Aquarium, in dem Katzenhaie live in der Schule schlüpften und dabei mit viel Einsatz überwacht wurden. Ein riesiger Presserummel begleitete Hajo Wagner und seine Schülerinnen und Schüler beim Schlüpfen der Tiere. Diese Begeisterung für die Biologie, die hier ganz deutlich wird, wurde auch in den Dankesreden der Kollegen offensichtlich – Hajo Wagner macht nichts halbherzig oder in Ansätzen, sondern mit vollem Einsatz. Sein zweites großes Engagement neben dem naturwissenschaftlichen Bildungsauftrag ist die Homepage des Georg-Büchner-Gymnasiums. Diese wurde von ihm entwickelt, erstellt, gepflegt, gefüllt, verwaltet und ausgebaut. Hajo war ein Meister darin, in teilweise wenigen Minuten Texte einzupflegen, fehlende Fotos kreativ zu ergänzen und damit die Öffentlichkeit am Schulleben teilhaben zu lassen. Aus seinem reichen Bilderfundus entstanden auch die Jahrbücher in liebevoller Detailarbeit und mit geschultem Blick. Zudem hielt er den Kontakt mit der Presse und sorgte dafür, dass unsere gute Arbeit auch in der Öffentlichkeit präsent ist. Hajo Wagner hinterlässt sehr große Fußstapfen und wahrscheinlich wird sich erst im nächsten Schuljahr wirklich zeigen, wie sehr er seinen Kolleginnen und Kollegen in den Fachschaften als kompetenter Ansprechpartner, den Schülerinnen und Schülern als begeisterter Lehrer und den Mitgliedern der Schulgemeinschaft in seiner Funktion als Dokumentator fehlen wird.

Mit Marlies Lüke, die seit 1981 zur ersten Belegschaft der damals noch „Gymnasium Büttgen i.E (im Entstehen) genannten Schule gehörte, verlässt ein „Urgestein“ die Schule. Sie ließ das Kollegium auf ihre vielfältige Zeit zurückblicken, in der sie unter 3 verschiedenen Schulleitern und mit ca. 200 Kolleginnen u. Kollegen arbeitete.

Gerne erinnert sie sich an die zahlreichen Klassenleitungen in der Erprobungsstufe, für die sie mit Freude Verantwortung übernahm und die Schülerinnen u. Schüler an der neuen Schulform willkommen hieß. Ihr Ziel war es nicht nur, die geforderten Fach- u. Methodenkompetenzen in ihren beiden Fächern Englisch und Kunst zu vermitteln, ihr lag vor allem das Sich- Wohl-Fühlen am neuen Ort und in der neuen Lerngruppe sehr am Herzen, für das sie dann nach dem damals noch üblichen Halbtagsunterricht öfter Spiel- u. Bastelnachmittage z.T. mit Unterstützung einiger Eltern anbot. Das Basteln verhalf nicht nur zu einer schönen Klassendekoration sondern diente auch dem Ziel, sich im Klassenraum „zuhause“ zu fühlen, was sich sehr positiv auf die Lernmotivation der Fünftklässler auswirkte.

Des Weiteren unterhielt Marlies Lüke die Zuhörer mit Anekdoten ihrer zahlreichen unterschiedlichen Klassenfahrten, die teils erlebnispädagogisch organisiert z.B. die Schülerinnen u. Schüler auf eine „Reise in 5 Tagen um die Welt “ in ein Selbstversorgerhaus im Westerwald führte oder sportlich/naturwissenschaftlich geprägt in das Haus des Landessportbundes nach Hinsbeck , wo z.B. Aktivitäten wie eine Schwimmolympiade oder Klettern in der Halle möglich waren oder am Abend eine Wanderung bei Dämmerung auf den Spuren der Fledermäuse den Tag ausklingen ließ. Ein weiteres bei Schülern sehr beliebtes Ziel war der Reiterhof „Junkern Beel“ mit ca. 300 Pferden im Emsland, wo nie Langeweile aufkam, die Schüler gar ihre Handys vergessen ließ und bei der Heimfahrt sogar bei einigen für Tränen beim Abschied vom Lieblingspferd sorgte.

Auch unsere Partnerschule Clayesmore in Dorset, Südwestengland, war sowohl für SchülerInnen der Mittelstufe wie auch die begleitenden LehrerInnen ein äußerst begehrtes Ziel, denn hier konnte man als Schüler seine ersten Erfahrungen im Umgang mit dem in der Schule erlernten Englisch erproben und gleichzeitig das etwas andere Leben an einem englischen Internat bzw. in einer englischen Familie kennen lernen.

Initiiert durch die Teilnahme am Lehrerfortbildungsprogramm des Lions Clubs „Erwachsen Werden“ zum Konfliktmanagement u. Drogenprophylaxe am Ende der 90iger bot Marlies Lüke zunächst für die Umsetzung der Inhalte eine freiwillige AG „Fit for life“ an, deren Themen einige Zeit darauf in den Unterricht und das damit neue Fach „Soziales Lernen “ in Kl. 5 u. 6 mündeten und das nunmehr seit Jahren zum festen Bestandteil des Profils am GBG gehört.

In guter Erinnerung werden Marlies Lüke auch die vielen diversen Schulveranstaltungen bleiben, angefangen von den spätsommerlichen Schulbällen in den 80iger Jahren, deren Dekorationen in Kooperation mit Eltern, Schülern und Lehrern gemeinsam angefertigt wurden, wie auch die zahlreichen vorweihnachtlichen Schulfeste u. Weihnachtsbazare, deren Erlös z.T. zugunsten unseres Waisenhauses in Äthiopien gespendet wurde und selbstverständlich auch an die vielen Projektwochen unterschiedlichster Themen , bei denen sie beispielsweise mit den Schülern eine Geisterbahn im Fahrradkeller baute, die Schülerinnen in die Acrylmalerei einführte oder ein anderes Mal große Stablaternen für den Garten bastelte zum Verkauf während des das Schuljahr ausklingen lassenden Schulfestes.

Mit ihr geht eine zuverlässige, gradlinige Kollegin, für die kooperatives Handeln im Kollegium mit dem Ziel gut funktionierender pädagogischer Abläufe sehr wichtig war.

Mit ihrer Präsentation machten Marlies Lüke und Hajo Wagner plastisch deutlich, wieviel Zeit sie in der Schule verbrachten, wie viele unterschiedliche Bereiche zum Lehrerdasein gehören und wie sehr sie mit ihrer Arbeit das GBG mit prägten.

Marcel Andersch fand sehr bewegende Worte, mit denen er seine Krankheit in den letzten Jahren beschrieb, die letztlich dazu führte, dass er nun auch offiziell aus dem Kollegium des Georg-Büchner-Gymnasiums ausscheidet. Als hilfsbereiter, geselliger Kollege und begeisterter Pädagoge mit einem ganz besonderen Verhältnis zu seinen Schützlingen war er noch vielen sehr präsent. Nun verabschiedeten sich die Kolleginnen und Kollegen von dem ehemaligen Unterstufenkoordinator.

  

 

Mareike Dam prägte die Musik-Fachschaft in den letzten Jahren enorm. Am GBG rief sie mit viel Engagement Chöre und Orchester ins Leben. Ein besonderes Abschiedsständchen lief auf der Leinwand ab, die Mitglieder des Chores hatten jeweils von zu Hause aus eine Hymne auf Mareike Dam eingesungen. Besonders ihr Geschick und ihr pädagogisches Engagement in der Klassenleitung blieben den Kolleginnen und Kollegen im Gedächtnis. Viel zusätzliche Zeit investierte sie immer in die sozialen Kompetenzen ihrer Klassen. Um nicht nur Musik in einer eigenen Klasse geben zu können, unterrichtete sie auch das Fach Deutsch und bereicherte auch hier die große Fachschaft. Sie wechselt nun an eine Gesamtschule in Dormagen.

Melanie Müller unterrichtete viele Jahre lang Kunst und Deutsch in allen Jahrgangsstufen. Dabei arbeitete sie nicht nur selbst strukturiert und kompetent, sondern unterstützte auch einige Jahre lang die Ausbildung der Referendarinnen und Referendare. In der Organisation des Erweiterungsprojektes trug sie besonders zur Begabtenföderung am GBG bei. Nach einem Zertifikatskurs in Katholischer Religionslehre unterrichtete Melanie Müller auch einige Religionskurse in der Sekundarstufe I. Nun wechselt sie an ein Gymnasium in Mönchengladbach.

Jessica Pasek war jahrelang Teil der Fachschaften Sport und Chemie am GBG. Mit ihrer direkten und strukturierten Art hatte sie den Unterricht und ihre Schülerinnen und Schüler immer im Griff. Als Ganztagsbeauftragte koordinierte sie die unterschiedlichen Anforderungen der Nachmittagsgestaltung und der Mittagspausen. Jessica Pasek wechselt zum neuen Schuljahr aus ihrer zweiten Elternzeit an ein Mönchengladbacher Gymnasium.

Auch unsere Referendarinnen, die schon im Mai ihr Zweites Staatsexamen bestanden haben, haben nun feste Stellen nach dem Sommer bekommen. Karen Bittner, Anne Bröckers, Jacqueline Donner verlassen daher nun auch das Georg-Büchner-Gymnasium und stellen sich neuen Herausforderungen an drei Gesamtschulen in der Nähe.

Wir wünschen allen Kolleginnen und Kollegen ganz herzlich alles Gute für ihren weiteren Lebensweg und dass sie in den nächsten Jahren ihr Leben nach eigenen Wünschen führen können.

 

Text: Elisabeth Klösters

Fotos: Hajo Wagner, Thomas Oberländer

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