Informationen zur Berufs- und Studienorientierung in der Sek II

Abi – und was dann?

Im Alltag zwischen Kursen, Hausaufgaben und Klausurvorbereitungen und dem Leben „neben der Schule“ mag es in den Hintergrund rücken: Die Schullaufbahn hat eine vorbereitende Funktion für eine viel länger andauernde Lebensphase danach. Damit der Anschluss in diese Lebensphase gut gelingt – ob sie mit einer Ausbildung oder einem Studium, einem sozialen Jahr oder einer Reise beginnt, vielleicht ist Ihnen das noch gar nicht so klar–, ist eine Auseinandersetzung mit Ihren Neigungen und Fähigkeiten, Vorbereitung und Planung notwendig. Und je früher Sie damit beginnen, um so mehr Chancen können Sie nutzen, Informationen zu sammeln über in Frage kommende Perspektiven, und Weichenstellungen vornehmen, die Ihnen letztendlich den für Sie richtigen Weg eröffnen.

Für eine Ausbildung oder ein Duales Studium etwa müssen Sie sich in der Regel ein Jahr im Voraus bewerben, bisweilen haben Unternehmen noch längere Vorlauffristen. Das heißt: Für ein Duales Studium nach der Schule müssten Sie sich ab Beginn der Q2 bewerben – mit den bis dahin erreichten Leistungen. Aber auch bei einem frühzeitig feststehenden Studiumswunsch ist es sinnvoll, sich mit den Anforderungen vertraut zu machen – die Wahl bestimmter Prüfungsfächer kann eine wichtige Rolle spielen (da zunehmend Studienplätze über hochschuleigene Auswahlverfahren vergeben werden,) aber auch Noten in bestimmten Fächern können entscheidend sein – und falls Schwächen ausgebügelt werden sollen, braucht das zumeist einige Monate.

Es soll noch nicht direkt berufsbezogen weitergehen? Auch ein Freiwilligendienst hat längere Vorlaufzeiten, an der Universität Hannover können interessierte Schülerinnen und Schüler neuerdings sogar ein Freiwilliges Wissenschaftliches Jahr absolvieren. Da gute Plätze begehrt und leider auch begrenzt sind, lohnt sich ein frühzeitiger Blick auf das vielfältige Angebot.

Da es vielen Schülerinnen und Schülern erfahrungsgemäß sehr schwer fällt, den „richtigen“ Beruf zu finden, der dann einen bestimmten Ausbildungsweg voraussetzt, bemühen wir uns durch eine ganze Reihe von Maßnahmen, Ihnen dabei zu helfen.

Im Folgenden seien einige wichtige Schritte und Tipps genannt, wie Sie sich Ihrer Zukunftsplanung nähern können, und werden Module vorgestellt, die wir in verschiedenen Jahrgängen durchführen, um Sie zu unterstützen:

  • Was will ich und was kann ich: Neigungs- und Potentialanalyse – Fangen Sie frühzeitig an zu erkunden, was Sie interessiert, welche Tätigkeiten und welches Umfeld Ihr späterer Beruf umfassen soll, wo also Ihre Neigungen liegen. „Irgendwas mit Menschen“ ist schon einmal ein hilfreicher Wunsch, aber noch zu wenig konkret, um daraus Berufswünsche ableiten zu können. Über genauere Bestimmung dessen, was Sie möchten (Neigung) und können (Potential), kommen Sie passenden Berufswünschen näher.

    Es gibt im Internet einige Online-Testmodule, die Ihnen helfen können, Ihre Kenntnisse von sich selbst und Ihre Wünsche zu konkretisieren, schauen Sie sich doch einmal online um, es gibt viele Testmaterialien, die Sie bestellen, herunterladen oder online ausfüllen können (viele Berufsinformationszentren wenden bspw. den standardisierten Test EXPLORIX an, den man auch online gegen ein Entgelt von 13 Euro selbst durchlaufen kann).

    Auf der Seite www.abi.de erhält man über Angabe seiner Lieblingsfächer anschauliche Einblicke in Berufe, die passen könnten. Die Universität Bochum hat einen umfangreichen Test entwickelt, schauen Sie hier (http://www.ruhr-uni-bochum.de/borakel/mein-berufsweg.htm). Es kann auch sinnvoll sein, Ihre Eltern oder Freunde um Einschätzungen Ihrer Fähigkeiten zu bitten. Oder fragen Sie Ihre Lehrer!

  • Sammeln Sie Wissen über Berufe in Ihrem Umfeld - Seien Sie neugierig! Erkundigen Sie sich bei Ihren Eltern, deren Freunden, bei Nachbarn, beim Trainer, Studenten über ihre Berufe oder Studienfächer. Welche Aufgaben umfasst ihr Beruf, wie sah ihr Werdegang und wie sieht ihr Tagesablauf aus?  Je genauer Ihre Vorstellungen von einzelnen Berufen werden, desto besser wissen Sie, was Sie möchten oder nicht. Gegebenenfalls können Sie vielleicht auch Ihre Ferien nutzen, um einige Tage „mitzulaufen“.

    Rechts neben den Stufenkästen hängen immer wieder Plakate mit Ankündigungen zu Tagen der Offenen Tür oder von Berufsorientierungsmessen aus, achten Sie darauf und notieren Sie die Termine (hier ist die Handyfotoaufnahme ausnahmsweise erlaubt). Für die Teilnahme an entsprechenden Veranstaltungen können Sie sich vom Unterricht befreien lassen
    (sprechen Sie frühzeitig mit Ihrem Beratungslehrer!).

  • Vielfalt der Berufe und Ausbildungswege – Die Veränderungen in den Bereichen Finanzdienstleistungen, Informationstechnologie, in der Alterszusammensetzung der Gesellschaft  und im Hochschulsektor haben zu einer großen Vielfalt an Tätigkeitsfeldern und Ausbildungsgängen geführt, woraus nur ein kleiner Ausschnitt bekannt sein dürfte.

    Nutzen Sie Informationsportale wie www.studifinder.de, http://www.was-studiere-ich.deoder www.planet-beruf.de, www.berufenet.arbeits-agentur.de und www.machs-richtig.de. Surfen Sie ein wenig, um einen Überblick zu gewinnen. Oder nutzen Sie die Informationsschriften „Beruf aktuell“ und „Studien- und Berufswahl“, die für Sie im Trainingsraum bereit liegen.

  • Nutzen Sie Beratungsangebote - Die Berufsberaterin Frau Ingrid Tegeler ist Ihre Ansprechpartnerin der  Agentur für Arbeit in Neuss, mit der wir kooperieren, und kann Sie mit ihrem Wissen über Ausbildungsberufe und die Hochschullandschaft beraten. Nutzen Sie die Gelegenheit von Beratungsterminen, die regelmäßig in den Räumlichkeiten der Schule stattfinden (achten Sie auf die Aushänge in den Oberstufenkästen). Auch wenn Sie noch keine konkreten Vorstellungen darüber haben, was „nach der Schule“ kommen soll – gerade dann sind erkundende Gespräche hilfreich! Für die Beratungstermine können Sie sich für die Dauer des Gesprächs (!) vom Unterricht befreien lassen – allerdings im vernünftigen Rahmen (nicht bei Klausurterminen oder Prüfungsfachstunden unmittelbar davor). Natürlich können Sie solche Beratungstermine auch in den Räumen der Arge in Neuss wahrnehmen, was allerdings ungleich mehr Aufwand bedeutet.

Nehmen Sie Ihre Zukunft in Angriff, schieben Sie Gedanken darüber nicht „auf die lange Bank“!

Weitere Maßnahmen zur Studien- und Berufsorientierung am GBG:

  • Im Deutsch-Unterricht der Jg. 9 wird eine Unterrichtsreihe zum Thema „Bewerbung“ durchgeführt; hier lernen Sie, wie man einen Lebenslauf und ein Bewerbungsschreiben verfasst, Sie analysieren Stellenanzeigen und proben Bewerbungsgespräche.

  • Alle Klassen der Jg. 9 besuchen an einem Tag für mehrere Stunden das Berufsinformationszentrum (BIZ) in Mönchengladbach.

  • In der Jg. EF absolvieren Sie im Laufe des Schuljahres ein zweiwöchiges Betriebspraktikum in selbst gewählten Betrieben. Sie werden von Frau Schuppener darauf vorbereitet und von Lehrerinnen und Lehrern während des Praktikums betreut. Eine Praktikumsmappe dokumentiert Ihre Erfahrungen. Je besser Ihr Praktikumsplatz Ihre Neigungen und Fähigkeiten trifft, desto mehr haben Sie vom Praktikum, warten Sie also nicht mit der Auswahl und Kontaktaufnahme bis „auf den letzten Drücker“.

  • Seit vielen Jahren finden regelmäßig Ende Januar/ Anfang Februar Berufsinformationstage für die Jg. Q1 (und Q2) statt, das GBG holt die unterschiedlichsten Berufe ins Haus.  Dank vieler Freiwilliger aus den unterschiedlichsten Berufsbereichen, die ihre Zeit und ihr Wissen bereitstellen, können Sie sich an drei Tagen aus erster Hand informieren. Die Referenten rekrutieren sich i.d.R. aus dem Umfeld der Schule (Eltern, Ehemalige usw.). So konnten in den letzten Jahren aus folgenden Berufssparten Vortragende gewonnen werden: Rundfunk und Fernsehen, Rechtswesen, Medizin, Geisteswissenschaften, Ingenieurwesen, Architektur, IT-Berufe, Steuerberatung, Tourismus, Versicherungswesen, Polizei, Bundeswehr u.v.m. Parallel stellen sich unterschiedliche Fachbereiche öffentlicher und privater Hochschulen aus der Region vor.

  • Im Rahmen der Berufsorientierungstage führen Vertreter der AOK bzw. BEK mit den Schülerinnen und Schülern ein Assessment-Center-Training durch.

  • Für Sie und Ihre Eltern wird in Jg. Q1 und Q2 ein Vortrag über Studienfinanzierung angeboten.

  • In Kooperation mit dem Rotary-Club Kaarst findet für die Sekundarstufe II in regelmäßigen Abständen eine Berufsbörse in unserer Aula oder in einem der Nachbargymnasien (AEG, Gymnasium Korschenbroich) statt.

  • Um den Einstieg in ein Studium zu erleichtern und die eigenen Möglichkeiten und Fähigkeiten besser einschätzen zu können, sind fakultativ mehrere Uni-Trainees im Laufe der S II vorgesehen, wenn Zeit vorhanden ist.

Das Uni-Trainee-Programm wurde von der Universität Duisburg-Essen für die Schulen entwickelt und besteht aus insgesamt 8 Modulen. In den Jahrgangsstufen EF.2 – Q2.1 sollen jeweils 2 Module pro Schulhalbjahr angeboten und durchgeführt werden.

Text: Elisabeth Wegener